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Autor Piccolo Elektro Stahlbau München OT Putzbrunn   1 # 2 top
RalfWehrhahn
Anfänger


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Beiträge: 3

Ort: 74246 Eberstadt
Eingetreten: 17.12.18
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Eingetragen am 20.12.2018 08:11:26

Schlaf- und Gepäckanhänger ES Piccolo

Hersteller: Elektro-Stahlbau / Putzbrunn bei München
Typ: 51 E/S-P54
Herstellungsdatum / Bj.: Wahrscheinlich 1954
Tag der Ersten Zulassung: 07/63 in Deutschland
Aufbau: geschlossener Kasten selbstragende Karosserie aus Stahlblech
Maße über alles(mm) Länge/Breite/Höhe: 2400 / 1500 / 1400
Laderaum(mm) Länge/Breite/Höhe: 2000 / 1100 / 970
Bereifung / Radstand: 3,50 – 8 / 1350 (Stützweite)
Ursprungsfarbe: Hammerschlag grün
Leergewicht/Nutzlast: 120kg/160kg
Zul. Gesamtgewicht, Achslast: 280kg

Der hier gezeigte Anhänger stammt aus französischer Auslieferung, worauf nicht nur die Rückleuchten aus „Made in France“ hinweisen.
Diese Variante wurde auch überwiegend in Frankreich als „Ailette“ verkauft.
Die „Ailette“ wurde im Zeitraum September 2012 bis August 2013 in seine Einzelteile zerlegt und komplett wieder aufgebaut und restauriert. Bis auf die neue Farbgebung, die es so ab Werk nie gegeben hat und die Befestigung des Reserverads ist der Piccolo im originalen Zustand.
Erstmalig 1954 wurde der kleine Wohnwagen „Piccolo“ als Schlaf- und Gepäckanhänger vorgestellt. Angemeldet beim Patentamt München von Ingenieur Hans Jürgen Behncke am 22.Januar 1954 für die Firma Elektro Stahlbau Putzbrunn bei München. Ein Patent wurde jedoch nie erteilt.
P in der Typenbezeichnung könnte für „Piccolo“ stehen. Die Zahl 54 für das Bau- oder Erscheinungsjahr der entsprechenden Typen.
Gebaut in kleinen Stückzahlen zwischen 1954 - ca.1957, gedacht für die zu dieser Zeit in Deutschland sehr verbreiteten Kleinwagen wie BMW Isetta, BMW 600, Glas Goggomobil oder VW Käfer. Genutzt wurde der Anhänger auch von Vertreter, die die vier großzügigen Stauräume unter den Zwischenablagen für ihre Waren nutzten, gleichzeitig eine preiswerte Übernachtungsmöglichkeit immer mitführten. Obwohl zwischen dem Konstrukteur des Anhängers und einem Mitarbeiter der Entwicklungsabteilung bei BMW eine verwandtschaftliche Beziehungen bestand, war diese Konstruktion nicht alleine für die Isetta bestimmt. Dieser gezeigte Type Anhänger wurde schon 1954 in Frankreich unter der Bezeichnung „Ailette“ von der Firma Saprar, einem Tochterunternehmen von Renault, als Original-Zubehör für die 4CV angeboten. Verkauft auch für die 2CV, sowie um hinter Motorrollern gezogen zu werden.
In den Niederlanden und Österreich gab es ebenfalls einen Vertrieb. Anhand der relativ „zahlreichen“ in der Schweiz aufgefundenen Piccolo kann auch von einem Export in dieses Land ausgegangen werden.
Es gibt nicht mehr viele Piccolo. Unter Kleinwagenbesitzern, Isetta, BMW 600, Goggo, VW Käfer, 2CV-, 4CV- als auch Roller-Liebhabern ein sehr gesuchtes Liebhaberstück. In Europa sind etwa noch 16-20 Exemplare, drei in nicht fahrbereitem Zustand und viele unvollständig oder in sehr schlechtem Zustand bekannt. Während des Fertigungszeitraumes wurden fortwährend Änderungen und Verbesserungen vorgenommen, so dass es oft deutliche Detailunterschiede gibt.
Drei verschiedene Typen des Piccolo wurden angeboten. Zwei Versionen vollständig geschlossen, eine Version bei welcher das Oberteil abnehmbar ausgeführt wurde. In welchem Zeitraum die Bauzeit der Versionen lag und welche Stückzahlen gebaut wurden ist nicht bekannt.
Zweites Bild von links unten zeigt einen Piccolo mit der Fabrikations-Nr. 3 und ist wahrscheinlich ein Prototyp. Es ist nicht bekannt, dass die kurzen Kotflügel in die Serienproduktion übernommen wurden.

Die geschlossenen Piccolos, unterscheiden sich an den Belüftungen und an den Anordnungen der Sicken an den Seitenteilen, sowie Fahrwerk. So hat die eine Version wie die geteilte Version oben mittig je eine verschließbare Belüftungsklappe an jeder Seite. Innen ist die Belüftung mit einer Gitterabdeckung zum Schutz vor Insekten versehen. 9 vollständige Sicken davon drei im unteren und sechs im oberen Bereich der Fenster. Zwei Sicken im vorderen Bereich der Fenster. Hinter den Fenstern bleibt das Blech glatt.
Die Belüftung der hier gezeigten Version besteht aus einer Art aufgesetztem halbiertem Horn vorne geöffnet nicht verschließbar ohne Abdeckung von Innen. 10 Sicken gehen hier über die Fenster hinaus. Unterhalb der Belüftungstrichter endend. 20 Sicken bei beiden geschlossenen Versionen im Dach- und Heckklappenbereich. 18 Sicken bei der geteilten Version.
Deutliche Unterschiede gibt es auch beim Aufbau des Fahrwerks, Ausführung der Federung und der Achsen.
Starrachse, jedes Rad federnd in zwei Gummipuffer. Die Achse konnte bis auf die Radlager nicht zerlegt werden. Austauschen konnte man allenfalls die Gummipuffer.
Bei dieser Variante war die Achse geteilt und beweglich mittig aufgehängt, federnd durch Spiralfedern in verschraubten Führungen, ohne zusätzliche Stoßdämpfer. Beidseitig nach vorne stabilisiert durch jeweils ein Flacheisen. Komplett zu zerlegen und dadurch auch leichter zu warten. Tiefer Ein federnd und deutlich komfortabler.

Das Unterteil der dritten, teilbaren Version, kann als Boot benutzt werden. Diese Version ist wohl auch die erste aber auch mit der geringsten Stückzahl gebaute Variante. Auf Seite 1 ist solch ein Piccolo mit der Fabrikationsnummer 1 zu sehen. Der geteilte Piccolo war wahrscheinlich gegen Korrosion komplett verzinkt. Zum Einsatz kam dann entweder ein kleiner Außenbordmotor, ein für Faltboote bestimmter Lang Schaft-Außenbordmotor, eine Besegelung oder Ruder mit Dollen. Aufgrund der völlig geschlossenen selbsttragenden Bauweise des Anhängers sowie der Form der Kotflügel, welche als „Ausleger“ dienen, ist dieser Einsatz möglich. Die Räder dienten als seitliche Stabilisatoren beim Segelbetrieb gegen Abdrift. Der Hohlraum der beiden Kotflügel war auch zusätzlich gefüllt mit einem leichten Auftrieb bringendem Material um gute Schwimmfähigkeit zu gewährleisten. Die Kotflügel selbst waren bei allen Versionen mit der Karosse verschraubt nicht festverbunden oder gar angeschweißt. Wasser konnte in die Kotflügel eindringen aber auch problemlos wieder ablaufen. Der Unterboden war verstärkt durch in der Breite verlaufende Sicken, durch die direkte Belastung, wenn Personen diese Variante als Boot benutzten. Ebenfalls wurden für diese Version verschiedene Aufbauten angeboten wie Zeltplane, Deckel, Verkaufstand.
Soweit bekannt gibt es von dieser Version nur noch zwei Exemplare.
Der Clou im Programm war ein Motorvorsatz, welcher praktisch aus einem Motorrollervorderteil bestand. Kombiniert mit dem Transportanhänger ergab sich dann ein Lastenroller.
Wie stark die Nachfrage der letzten geteilten Ausführungen bzw. für das Zubehör war, ist unbekannt.
Die mir bekannten Fabrikations-Nummern sind dieser Piccolo Fabrikations-Nr. 1119 Baujahr wahrscheinlich 1954, die höchsten mir bekannten Fabrikations-Nummern / 1212 Bj.1955/ 1218 Bj.1956 und 1308 Bj.55. Nummern zwischen 3 und 1100 sind mir keine bekannt. Ein direkter Zusammenhang zwischen Baujahr und Fabrikations-Nr. kann ebenfalls nicht abgeleitet werden. Somit bleibt die Anzahl der tatsächlich gebauten Piccolo Anhänger Spekulation da bisher in der Vergabe der Seriennummern kein System erkannt wurde. Es werden höchstens einige hundert Exemplare gewesen sein.
Zwei alte Fotos, vor allem das erste aus dem BMW Archiv zeigen, dass es sehr wohl auch Farbvariationen gab, die aber nicht zu bestellen waren, sondern eigens kreiert wurden.

Für Motorroller wie z.B. die Vespa gab es eine spezielle Anhängevorrichtung so dass der Piccolo auch an Zweirädern gezogen werden konnte.

Aufgrund der Seltenheit dieses gesuchten „Wohnwagens“ wird er mittlerweile in zahlreichen Nachbauten, sei es aus GFK oder Holz angeboten oder eigene Variationen.


Ralf Werhrhahn

 

Autor RE: Piccolo Elektro Stahlbau München OT Putzbrunn   2 # 2 top
VARIOmatic
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Ort: 72488 Sigmaringen
Eingetreten: 11.10.06
Status: Offline
Eingetragen am 20.12.2018 14:53:45

Danke für den tollen Bericht und Fotos 😉


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